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Angelmethoden

Dorschangeln vom Kutter

Angelfahrten mit dem Kutter ist die beliebteste Methode um Dorsche zu angeln. Der Vorteil: Man bedient sich der Dienste erfahrener Kapitäne, die die besten Fangplätze exakt kennen, Wetterverhältnisse genau einschätzen können und auch noch für das leibliche Wohl sorgen. Die Kutterfahrten kosten in der Regel zwischen 35 und 45 EUR/Person inkl. Eintopf o.ä.. In jedem größeren Hafen an der mecklenburgischen Ostseeküste gibt es hierfür Möglichkeiten.

Dorschangeln

Angelausrüstung

Die Rute sollte eine ca. 2,40 m kurzen Pilkrute mit einem Wurfgewicht zwischen min. 50 g und max. 150 g sein. Entsprechend der Wetterlage bräuchte man eigentlich zwei Angeln. Bei ruhigem Wetter würde auch eine Spinnrute mit einem Wurfgewicht bis 80 g ausreichen. Bei starkem Wellengang hingegen benötigt man doch etwas Stärkeres. Das alles Entscheidende beim Dorschangeln ist nämlich der Grundkontakt. Man muss den Köder zwingend am Grund entlang führen und dies auch merken. So kann man auch nicht bei ruhigem Wetter an einer steifen Norwegen-Pilkrute einen 60 g leichten Gummifisch führen. Den würde man gar nicht merken.

Die Rolle ist aus meiner Sicht nicht das Entscheidende. Hier ist eine gute Spinnrolle völlig ausreichend. In Sachen Angelschnur und Montage sollte man jedoch nichts dem Zufall überlassen. Eine geflochtene Schnur in Signalfarbe mit einer Stärke von 18-22 (ca. 10-12 kg) ist ein absolutes Muss. Geflochtene Schnur wegen der Kraftübertragung über die relativ weite Entfernung, in Signalfarbe zur besseren Vermeidung von Verhedderungen mit dem Nachbarn. Als Montagen eignen sich knotenlose Montagen und hochseetaugliche Wirbel. Stets muss man aber bedenken, dass man die Ostsee nicht mit norwegischen Fjorden vergleichen kann. Eine Nummer kleiner macht es demnach auch.
Dorschangeln
Beliebteste Köder sind Pilker und Gummifische. Hier sollte man sich ein größeres Sortiment mit verschiedensten Farben und Größen zulegen. Die Investition bleibt auch erhalten, da Hänger mit Köderverlusten relativ selten sind. Wenn der Dorsch gut beißt, ist es meistens egal welchen Köder man präsentiert. Wenn es aber nicht so gut klappen will, muss man viel experimentieren. Dann ist eine große Vielfalt von Vorteil. Gummifische in den Farben Japanrot und schwarz sind zur Zeit der Renner. Der Nachteil der Gummifische ist, dass man sie kaum schwerer als 80 g bekommt und sie dadurch bei schlechteren Bedingungen nicht einsetzen kann. Größere Bleiköpfe wären unangemessen. Allgemein kann man sagen, dass wenn die Wellen auf offener See brechen und Schaum bilden, dass dann 80 g nicht mehr ausreichen. Um die Erfolgschancen zu erhöhen, gibt es die Möglichkeit an dem Hauptköder ein Beifänger-System zu montieren. Es besteht in der Regel aus drei Twister bzw. Gummifische. Ein unverzichtbarer Bestandteil der Ausrüstung ist der Rutenhalter, der die Angel an der Reling fixiert. Ohne ihn ist man aufgeschmissen.

Wer keine Lust hat wegen ein-zwei Mal Dorschangeln ein paar Hundert Euro für eine vernünftige Ausrüstung zu investieren, kann alternativ beim Veranstalter Leihangeln mieten (ca. 6 EUR). So sieht die Angel aber denn auch aus. Wer dies vorhat, sollte sich zumindest einige Ersatzköder zulegen.

Methode

Gibt der Kapitän das Zeichen zum Angeln, muss ersteinmal überprüft werden, ob man An- oder Abdrift hat. Das bedeutet, ob man zum ausgeworfenen Köder hintreibt oder wegtreibt. Die Nachbarangler auf den Kutter sollten hierfür als Versuchskaninchen herhalten. Bei Abdrift kann der Köder unmittelbar am Boot herabgelassen werden. Bei Andrift muss er entsprechend weit geworfen werden. Danach muss beim Herandrillen die Schnur stets auf Spannung gehalten werden, damit man den Grund spürt. Die besten Plätze auf dem Kutter sind vorn am Bug und auf der Steuerbord (rechts). Am Bug muss man aber bedenken, dass es dort auch am meisten schaukelt. Hier kann man jedoch am besten auswerfen und auch Überkopf. Am Heck und in der Mitte erschweren meist die Bootsaufbauten das Auswerfen Überkopf. Dann ist es besser die Angel von unten auszuwerfen.

Dorsch angeln Ostsee

Dorschangeln von der Küste

Beim Dorschangeln vom Strand aus, verwenden Brandungsangler häufig Blinker oder Wobbler. Sie funktionieren am Tage oder in der frühen Dämmerung auch sehr gut, weil die Fische die Köder gut sehen können. Bei Dunkelheit, wo es sogar noch bessere Fangaussichten gibt, muss man die Taktik jedoch grundlegend ändern, da das Seitenlinien-Organ der Fische angesprochen werden muss. Vor allem in der Dunkelheit müssen die Köder sehr langsam geführt werden. Bei Blinker bedeutet dies oft Hänger, weil sie zu tief laufen, obwohl sie sonst gute Bewegungen machen. Wobbler eignen sich besser, da sie nicht so tief laufend sind. Aber auch bei ihnen gibt es Probleme. Sie erzeugen kaum Vibrationen unter Wasser und die Fische können den Köder nicht orten.

Abhilfe schaffen Twister. Sie sind wesentlich lebhafter unter Wasser. Eine vielfach angewendete Methode ist das Schleppangeln mit Sbirullino. Bei flacherem Wasser wählt man den schwimmenden Sbirullino, wobei man den Gummifisch an ein 2,50 bis 3,00 m langes Vorfach montiert. Der Twister wird ohne schweren Jigkopf aufgefädelt um extremes Absinken zu vermeiden. So kann man den Köder ganz langsam heranziehen, ohne Hänger zu riskieren. Bei größerer Wassertiefe nimmt man die sinkende Variante. Die Montage bleibt dieselbe, nur dass das Vorfach auf etwa 1,50 m eingekürzt werden muss. Man zieht also den schlanken Sbirullino über den Grund und der Twister tänzelt ein Stückchen darüber. Bei der Vielfalt der Angebote an Twistern muss man allerdings beachten, dass sie auch tatsächlich bei langsamen Drill verführerische Bewegungen machen. Dies sollte der Fall sein bei Exemplaren mit breitem oder geriffeltem Schwanz.

Am Tage, wo es nicht so sehr auf die Bewegung der Köder ankommt, sind auch Nachbildungen von Wattwürmern, Seeringelwürmern oder Krabben zu empfehlen. Weil die Wurmimitate oft ziemlich lang sind, ist es wichtig den Haken weit am Ende zu setzen um Fehlbisse zu vermeiden. Eine Ködernadel wird dabei behilflich sein. Die Farbe der Köder spielt eigentlich nur an Tagen eine Rolle, wo die Dorsche sehr beißfaul sind. Dann heißt´s probieren geht über studieren. In der Regel werden jedoch etwas weniger grelle Farben beim flachen Wasser an der Küste fängiger sein. Wenn der Dorsch gut beißt, ist die Farbe meist egal.

In der Regel fängt man mit Pilkern und Beifängern mehr, aber kleinere Dorsche als mit Gummiköder.

Beste Jahreszeit ist der Frühsommer und Spätherbst. Wenn sich das Wasser erwärmt, zieht sich der Dorsch immer weiter in tiefere Regionen zurück und dann eigentlich nur noch mit Boot zu beangeln.