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Angel-Ausrüstung

Rollen

Ähnlich wie bei den Angelruten gibt es auch bei den Rollen viele Unterschiede. Auch hier richtet man sich nach dem Zielfisch, dem Gewässertyp und der Angelmethode. So gibt es neben den Universalrollen für fast alle heimischen Fischarten, aber auch Spezialisten, wie z.B. Spinnrollen, Multirollen, Meeresrollen oder Freilaufrollen.

Die meisten Rollen werden mit mindestens 6 Kugellagern angeboten. Die Anzahl ist jedoch nicht so entscheidend, wie es den Anschein hat. Es handelt sich nämlich um ein Verkaufsargument der Hersteller, die sich hierbei ständig überbieten. In der Regel sind 3 – 4 Kugellager ausreichend. Wichtiger ist vielmehr, dass ein ordentliches Metallgetriebe verbaut wird und statt Kunststoff Aluminium oder Messing verwendet wird.

Gerade für das Angeln in Mecklenburg Vorpommern ist die Salzwassertauglichkeit von großer Bedeutung. Sicher kann man mit einer Rolle, mit der man einen Hecht oder Aal landen kann auch einen Dorsch oder eine Meerforelle angeln. Doch manche Rollen sind eben nicht salzwasserverträglich. Es ist erstaunlich, wie schnell das Salzwasser eine Rolle zerstören kann. Aber wer möchte schon nach jedem Dorsch-Angeln auf der Ostsee die Rolle auseinander bauen um sie zu reinigen. Abhilfe schafft da nur eine Meeresrolle mit einem versiegelten bzw. wasserdichten Gehäuse. Aber auch diese Rollen sollten zumindest nach dem Gebrauch mit warmen Wasser abgespült und in regelmäßigen Abständen je nach Gebrauch gewartet, d.h. gereinigt und geölt bzw. gefettet werden.

Preislich kann man sagen, dass es für jeden Geldbeutel geeignete Rollen gibt. Teilweise beginnen die Preise bei unter 20 EUR. Auch bekannte Hersteller geben vor allem auf Auslaufmodelle oft hohe Rabatte. Dennoch ist es wie überall, billige Rollen sind nicht ohne Grund so günstig. Oft leidet da die Qualität. Nach meiner Erfahrung bekommt man bereits für ca. 50 EUR sehr gute Rollen.

Spinnrolle:
Spinnrollen sollten klein und leichtgängig und von geringem Gewicht sein, da das ständige Kurbeln bzw. Auswerfen nicht zu sehr anstrengen darf. Dennoch muss sie kräftig genug sein, um auch mal einen größeren Hecht landen zu können. Da das präzise Führen des Köders sowie die unmittelbare Kraftübertragung beim Anhieb sehr wichtig sind, darf die Rolle kein Spiel zwischen der Vorwärtsbewegung und Stopp haben, d.h. sie muss mit einer unendlichen Rücklaufsperre ausgestattet sein. Weiterhin unterstützen starre, nicht dehnbare geflochtene Schnüre den direkten Kontakt zum Köder bzw. Fisch.

Freilaufrolle:
Freilaufrollen zeichnen sich dadurch aus, dass der Fisch auch bei übergeklappten Bügel Schnur nehmen kann. Der Grad des Freilaufs lässt sich meistens entsprechend der örtlichen Gegebenheiten (Strömung) einstellen. Beim Anhieb wird durch Drehen der Kurbel die Funktion prompt unterbrochen und man kann mit dem Drill beginnen. Besonders beim Karpfen angeln, also beim Grundangeln sind diese Rollen gut geeignet. Die Schnur wird im Rod-Pod auf Spannung gehalten und trotzdem kann der Karpfen leicht mit dem Köder davon schwimmen. Durch diese besondere Funktion sind sie etwas teurer als gewöhnliche Rollen. Meiner Meinung nach ist der höhere Preis aber gerechtfertigt, da man doch einen wirklichen Mehrwert hat, weil der Freilauf doch sehr praktisch ist. Freilaufrollen werden inzwischen mit einem integrierten Bissanzeiger angeboten.

Multirolle:
Die robusten, wartungsfreien Multirollen sind vor allem für das Landen kräftiger Fische aus großen Tiefen entwickelt worden. Sie werden daher zumeist für das Angeln auf der Ostsee oder allgemein in Meeren eingesetzt. Aber auch bei Spinnfischern wird sie immer beliebter. Denn anders als bei Stationärrollen wird die Schnur direkt auf die Spule gerollt und nicht immer um die Spule herum geführt. Dadurch erreicht man einen direkteren, intensiveren Kontakt zum Fisch. Trotzdem ist ihr Handling nicht ganz einfach. Das Auswerfen bedarf viel Erfahrung, da sich die Schnur nicht einfach von der Spule abwickelt, sondern sich die Spule stets mitdreht. Das kann häufig zu Schnurknäueln führen. Optimal ist es, wenn man den Köder einfach nur ablassen braucht, wie z.B. bei Schleppfischen.

Brandungsrolle:
Rollen für das Brandungsangeln an der Ostsee sind oft sehr große Rollen, mit hoher Übersetzung. Denn es kommt hierbei darauf an, den Fisch schnell an Land zu pumpen. Über die doch recht große Distanz bei geübten Brandungsanglern ist das nicht zu unterschätzen. Weiterhin muss die Rolle die Distanz von ca. 100 m auch erstmal ermöglichen, d.h. die Schnur muss sich sauber abspulen lassen. Die wichtigste Anforderung ist aber die Salzwasserbeständigkeit. Aber auch der Strandsand darf nicht in das Rolleninnere eindringen können.