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Bodden- und Haffgewässer

Greifswalder Bodden

Der Greifswalder Bodden ist mit 514 km² das größte Boddengewässer vor der Ostseeküste in Mecklenburg Vorpommern. Er erstreckt sich zwischen den Insel Rügen und Usedom. Nachbarreviere sind der Strelasund, der die Insel Rügen vom Pommerschen Festland trennt und der Peenestrom, durch den Usedom eine Insel ist. Im Nordosten, zwischen der Insel Ruden vor Usedom und Thiessow auf Rügen, gibt es eine 8 km breite Verbindung zum offenen Meer.

Greifswalder Bodden - Hafen Lauterbach

Wie alle Bodden ist auch der Greifswalder Bodden ein sehr flaches Gewässer. Die durchschnittliche Tiefe beträgt 6 m. Die tiefste Stelle liegt bei 13 m und befindet sich am Nordufer bei Groß Zicker. Der Grund fällt vom Ufer ausgehend sehr flach ab und oft erreicht man erst ab einen Kilometer eine Gewässertiefe von zwei Metern. Ansonsten gibt es vor allem im nördlichen Bereich viele tiefe Löcher und flache Sandbänke mit abfallenden oder ansteigenden Kanten, wo größere Tiefenunterschiede vorkommen und gleichzeitig als zu empfehlende Angelstellen einzuschätzen sind. Eine Gewässerkarte mit Tiefenangaben ist entsprechend hilfreich beim Angeln. An den tiefen Löchern und Kanten lauert vor allem bei niedrigen Wassertemperaturen häufig Raubfisch.

Ebenso wichtig wie die Tiefenunterschiede ist die Unterwasser-Vegetation für die Angelei. Die oft in den Flachwasserbereichen vorkommenden Krautbänke aus Seegras, Laichkraut, Blasentang und Armleuchteralgen bieten hervorragenden Einstand für alle Fischarten. Diese Stellen lassen sich relativ leicht ausfindig machen und sollten auch beangelt werden.

Wie bereits in der Einleitung der Boddengewässer beschrieben wurde, wirken sich die Faktoren geringer Salzgehalt (0,05 % - 3,00 %), schnell steigende Wassertemperaturen im Frühjahr sowie schnell sinkende Wassertemperaturen im Herbst besonders günstig für das Wachstum der Fische aus. So ist der Greifswalder Bodden als Laichplatz für Hering und Hornhecht von internationaler Bedeutung. Dadurch und durch den riesigen Weißfischbestand gibt es für Raubfische, wie Hecht, Zander, Barsch und Aal enorm viel Futter, was die Fische schnell wachsen lässt. Hechte um die 1,30 m sind demnach keine Seltenheit. Aber nicht nur für Räuber gibt es optimale Futterbedingungen. Durch die großen Bestände an Schnecken, Muscheln, Borstenwürmern und Krebstieren, erreichen auch Friedfische überdurchschnittliche Größen. Wer es auf Friedfische abgesehen hat, ist an ruhigen Ecken oder an Krautbänken richtig. Es sollte vorher jedoch anfüttert werden bzw. man verwendet einen Futterkorb.

Während man die meisten Fischarten das gesamte Jahr über angeln kann, beschränken sich die Fänge von Hering und Hornhecht entsprechend der Laichzeit im Frühjahr auf wenige Wochen. Der Hering gelangt zwischen März und Mai entweder über den Strelasund oder über das offene Meer bei Thiessow und der Insel Ruden in den Bodden. Etliche Angler versuchen dann mit Paternosta-Montagen die Heringe zu erbeuten. Der Hornhecht wandert nach dem Hering über dieselben Routen in den Greifswalder Bodden. Seine Laichaktivitäten finden im April-Mai statt. Man sagt, wenn der Raps blüht, ist der Hornhecht angekommen. Obwohl dies natürlich nur eine Halbwahrheit ist, dient es aber trotzdem als grobe Orientierung. Der Vorteil beim Hornfisch-Angeln ist, dass man nicht zwingend ein Boot braucht und das Wetter meist schon freundlicher ist. Das Waten mit der Wathose ist zwar durch den flach abfallenden Grund mühselig, aber genauso Erfolg versprechend, wie mit dem Boot.

Generell sollte die Angelausrüstung für das Angeln im Greifswalder Bodden salzwasserbeständig sein. Besonders Rollen sind da sehr empfindlich. Es empfiehlt sich weiterhin geflochtene Schnur zu nutzen und Ruten mit einem Wurfgewicht von über 40 g. In Sachen Köder für Raubfisch kann man eigentlich keine großen Empfehlungen geben. Trotzdem sind stets Löffelblinker und Gummifische erste Wahl. Wichtig ist ein reichhaltiges Sortiment an Kunstködern wie Blinkern, Wobblern und Gummifischen, damit man experimentieren kann.

Für das Angeln im Bodden benötigt man einen gültigen Fischereischein (Touristenfischereischein) und eine Angelerlaubnis für Küstengewässer. Das Schleppangeln sowie die Verwendung lebender Köderfische ist verboten. Boote sind zu verankern. Für Hecht (Schonzeit 01.03.-30.04.) und Zander (Schonzeit 23.04.-22.05.) gilt eine tägliche Fangbegrenzung von drei Exemplaren.

Um die Einzigartigkeit des Lebensraumes Greifswalder Bodden nachhaltig zu sichern, gelten in einigen Gebieten Auflagen, die das Angeln einschränken oder sogar verbieten. Die geschützten Bereiche teilen sich auf in Laichschonbezirke, Fischschonbezirke und Naturschutzgebiete. Laichschonbezirke im Greifswalder Bodden, wo das Angeln vom 01.04.-31.05. verboten ist, findet man in den Randgewässern Zickersee, Neuensiner See, Wreechener See, Schoritzer Wiek, Puddeminer Wiek, Gristower Wiek und Dänische Wiek. Durch Fischschonbezirke (im Greifswalder Bodden rund um die Peenemündung, Rosengartener Bek, Ryck, Ziese) verhindert man das Abschneiden der Fischwege zwischen Meer und Bodden und ermöglicht ihnen den Aufstieg in einmündende Flüsse. Das Angeln in Naturschutzgebieten ist nicht gestattet. Ausnahmen gibt es in vier Bereichen: NSG Insel Koos, Kooser See und Wamper Riff (Friedfischangeln von der Brücke zur Insel Koos), NSG Halbinsel Fahrenbrink (Angeln vom Land ist nicht gestattet), NSG Großer Wotig (Angeln nödlich der Alten Peene und vor Wotig unzulässig), NSG Peenemünder Haken, Struck und Ruden (Angeln ist dort erlaubt, wo man auch mit Booten fahren darf).


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